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30. Oktober 2007

Web-to-Print spaltet den Markt

Laut einer von Canon Europe in Auftrag gegebenen und von InfoTrends durchgeführten Studie spaltet Web-to-Print die Druckbranche. Gleichwohl wird die Zahl der Unternehmen, die über Web-to-Print-Lösungen verfügen, in den nächsten fünf Jahren um 68% zunehmen.

Die Ergebnisse dieser ersten gesamteuropäischen Studie über den Web-to-Print-Markt machen deutlich, dass die Druckindustrie sich in zwei fast gleich große Lager unterteilt: Die Motivierten, die die Möglichkeiten internetbezogener Technologien wahrnehmen, stehen denen gegenüber, die die Web-to-Print-Technologie ablehnen oder sich unsicher darüber sind, welche Möglichkeiten sie bietet.

Aus der Studie, die auf Grundlage von 652 Interviews mit Akzidenzdruckereien, Digitaldruck-Spezialisten, Copy Shops und Pre-Press-Agenturen in 13 europäischen Ländern erstellt wurde, geht hervor, dass gegenwärtig fast ein Drittel über eine Web-to-Print-Lösung verfügt. Dennoch wird diese Zahl in den kommenden fünf Jahren noch um mehr als zwei Drittel wachsen, wenn etwa die Hälfte aller europäischen Druckereien über Web-to-Print verfügt.

Diejenigen, die bereits jetzt eine Web-to-Print-Lösung installiert haben, erhalten momentan durchschnittlich 14% ihres Auftragsvolumens über das System und rechnen damit, dass die Nachfrage in kommenden Jahren noch deutlich steigen wird, da die Kunden sich zunehmend an die Online-Bestellung gewöhnen. Die europäischen Druckereien mit Web-to-Print-Systemen erwarten sogar, ab 2010 mehr als ein Drittel ihres Druckvolumens über webbasierte Anwendungen zu erhalten – was einer Steigerung von 264% entspricht. Tatsächlich schätzt InfoTrends, dass das bis 2010 durch Web-to-Print übermittelte Auftragsvolumen einen Gegenwert von mehr als 10,5 Milliarden Euro aufweisen wird.

Trotz der momentan verfügbaren großen Bandbreite von Geschäftsmodellen auf Grundlage der Internet- und Web-to-Print Technologie bieten die meisten Druckereien über das Internet lediglich Grundfunktionen an. Zum Beispiel gaben 90% der europäischen Druckereien mit Web-to-Print-Systemen an, dass sie ihren Kunden bereits jetzt die Möglichkeit bieten, druckfertige Daten über ein eigenes Onlineportal zu übermitteln, oder das für die nahe Zukunft planen. Der gleiche Anteil nimmt bereits Angebotsanfragen von Kunden über das Internet entgegen oder plant das für die Zukunft, während 84% sagten, dass sie es nutzten oder nutzen würden, um Proofs online anzuzeigen. Zu den am häufigsten über Web-to-Print abgewickelten Druckprodukten zählen Werbedrucksachen mit 80% aller Druckereien, gefolgt von Geschäftsdrucksachen (69%), Katalogen (56%), Handbüchern (53%) und Direktmail (50%).

Dennoch bieten europäische Druckereien offenbar seltener umfassendere, automatisierte Web-to-Print-Funktionen oder variable Datenanwendungen an. Nur etwas mehr als ein Viertel der Anbieter mit einem Web-to-Print-System verfügt zurzeit über eine automatisierte Angebotserstellung über das Internet. Einschließlich derer, die einen solchen Service planen, erhöht sich diese Zahl auf 62%. Ein gleich großer Anteil (28%) bietet seinen Kunden zurzeit integrierte Marketingkampagnen mit der Kombination von Druck und URLs an; rechnet man die hinzu, die das planen, erhöht sich diese Zahl auf 55%. Die am wenigsten gebräuchliche Web-to-Print-Funktion bestand im Angebot von Mailinglisten über das Web: 26% bieten das bereits an, ein weiteres Fünftel befindet sich noch in der Planung, so dass sich ein Gesamtanteil von 48% ergibt.

Die Studie hat allerdings auch ergeben, dass eine gewisse Verwirrung herrscht, wenn es um den Begriff „Web-to-Print" geht, denn ein Viertel der europäischen Druckspezialisten (26%) gab zu, nicht genau zu wissen, was der Begriff bedeutet. Wenn es darum geht, Web-to-Print zu verstehen, sind die skandinavischen Länder insgesamt führend. Nur 10% der Befragten in der finnischen Druckindustrie gab zu, die Bedeutung nicht zu kennen, gefolgt von den dänischen (12%), norwegischen (16%) und schwedischen (18%) Kollegen. Im Gegensatz dazu waren sich 40% der britischen Fachleute unsicher, ebenso wie 46% der französischen Manager und die Unsichersten, oder vielleicht auch die Ehrlichsten, waren die belgischen Druckereibosse (48%).
Mark Lawn, European Marketing Manager Professional Solutions bei Canon Europe, sagte: „Für uns ist es dringend notwendig, die Herausforderungen und Hindernisse zu verstehen, denen sich die Anbieter von Druckereidienstleistungen gegenüber sehen und wir müssen auch verstehen, wie Lösungen in der realen Welt wahrgenommen und umgesetzt werden. Diese Studie verschafft der Industrie ein genaues Bild der gegenwärtigen und künftigen Nutzung von Web-to-Print und eine Ahnung davon, was manche daran hindert, darin zu investieren. Wir glauben, dass wir nur dann weiterhin die richtigen Lösungen bereitstellen können, wenn wir die Bedürfnisse der Druckindustrie wirklichen verstehen – Hardware, Software und professionellen Service – die unseren Kunden einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Das über Web-to-Print-Lösungen übermittelte Auftragsvolumen wird sich in den nächsten paar Jahren mehr als verdoppeln und wir glauben, dass Canon seinen Kunden helfen muss, die Chancen zu verstehen, die sich daraus ergeben.“

Möglicherweise überraschend zeigt die Studie, dass die europäische Druckindustrie deutlich in zwei Gruppen zerfällt: Einerseits gibt es die ehrgeizigen, technologieerfahrenen Unternehmen, die entweder bereits über Web-to-Print verfügen oder es einführen wollen, und andererseits die Firmen, die derartige Möglichkeiten erst noch entdecken müssen.

Von den europäischen Druckereien, die keine Investitionen in Web-to-Print planen, sehen viele keine Notwendigkeit für Web-to-Print da ein großer Teil (52%) zurzeit E-Mail und FTP-Sites nutzt, um Druckdaten von Kunden zu erhalten, oder 47% andere digitale Medien wie CDs und USB-Speicher nutzen. Zu anderen Investitionshindernissen zählen die Kosten (25%), das Fehlen passender Druckanwendungen (25%), ein Mangel an IT-Kenntnissen (21%), geringe Kundenakzeptanz (20%), fehlende technische Fähigkeiten beim Arbeitsablauf (15%) und Sicherheitsbedenken bei webbasierten Dienstleistungen (10%). Von all denen, die nicht planen, eine Web-to-Print-Lösung zu installieren, gaben nur 17% als Grund an, nicht an das Konzept zu glauben.

Ralf Schlözer, Associate Director von InfoTrends European On-Demand Printing Service, sagte: „Das bis 2010 vorausgesagte Wachstum von 10,5 Milliarden Euro an über Web-to-Print hergestellten Druckprodukten zeigt, dass es sich hier um eine bedeutende Chance für europäische Druckdienstleister handelt. Aber die, die sich gegen eine Investition in Web-to-Print entscheiden, werden keinen Möglichkeit haben an diesem wachsenden Markt teil zu haben.“

Und weiter: „Diese Studie legt nahe, dass der Web-to-Print-Markt sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet. Viele Web-to-Print-Lösungen werden nach wie vor zu wenig genutzt und sind nicht umfassend genug. Ein Nachweis für die mangelnde Reife sind die fehlende Integration der Lösungen in den internen Workflow und Verwaltungsabläufe und die hohe Anzahl intern entwickelter Lösungen auf dem Markt. Eine Automatisierung der Auftragsvergabe im Druckbereich hat viele Vorteile, da sie den Kunden den Zugang erleichtert und der Dienstleistung einen Mehrwert verschafft, wie z.B. die Nachverfolgung eines Auftrags, Online-Proofing oder Datenbankservices. Die Technologie wird umso größere Verbreitung finden, umso mehr Druckeinkäufer über diese Vorteile Bescheid wissen.“

Über die Studie:
Die von Canon Europe in Auftrag gegebene Studie wurde von InfoTrends im Juli 2007 durchgeführt. Die Recherche umfasste 652 Telefoninterviews, 50 je Land in folgenden Ländern: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz und Spanien.

Weitere Infos unter: CANON

Die hier publizierten News beruhen auf Firmenangaben.
Die genannten Firmen sind für die Richtigkeit verantwortlich.

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