DigitaldruckForum-News
Ein Service von DigitaldruckForum und VALUE
12. Mai 2009
Kreativität bringt Profit!

Von Saskia Kaeding
www.druckbesser.de
„Keine Frage: Die Kommunikationsbranche wird derzeit kräftig durcheinander gewirbelt. Print scheint der Verlierer. Doch der Schein trügt“, so Andreas Weber in der Ankündigung zum DigitaldruckForum Congress am 5. Mai 2009 in der Gutenberg-Stadt Mainz. Wir waren für Sie auf dem Congress zugegen und möchten Ihnen an dieser Stelle einen Einblick in die neuesten (crossmedialen) Lösungen, Ansätze und Ideen ermöglichen. Das wichtigste Zuerst: Print kann demnach sogar als heimlicher Gewinner gefeiert werden – in Verbindung mit smarten, crossmedialen Konzepten und interaktiven Lösungsszenarien. Wichtigster Erfolgsfaktor ist die Kreativität.
„Mit (mehr) Kreativität zu (mehr) Erfolg“
Kreativität stand somit auch im Mittelpunkt des DDF Congress am 5. Mai. Unter der Leitung von Andreas Weber, CEO Value Communication AG, einem renommierten Experten für Digitaldruck und Sprecher des Veranstalters DigitaldruckForum, beleuchteten Vertreter der Marken- und Unternehmenswelt aus Agenturen, Technologieentwicklung und Medienproduktion das Spannungsfeld „Kreativität und Technologie“.
„Kreativität ist ohne Kommunikation gar nichts – aber umgekehrt genauso“, so Andreas Weber in seiner Begrüßungsrede. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass Kreativität ein Kunstwort ist, aber eines für etwas Überlebenswichtiges. Als Vergleich führt Weber das Immunsystem an, welches hoch kreativ ist. Denn es ist nicht mit dem neuronalen Netzwerk gekoppelt, es funktioniert quasi für sich alleine, automatisiert.
Die Vorträge
Kreativität in Verbindung mit hochentwickelter Technologie und ebenso einem Blick für die Bedürfnisse der Kunden ließen dann auch die Projekte und Ideen der Referenten erkennen. Für eine kreative Agentur gilt beispielweise: „Man muss heute mit neuen Ideen, wie Filmen auf YouTube, an die Öffentlichkeit gehen, nicht mit Broschüren und Ähnlichem – die landen sowieso nur im Müll“, so Tobias Bartenbach von der Agentur Bartenbach AG.
Werbung von heute
Der Konsument von heute hat sich geändert, also muss sich auch die Kommunikation ändern. Immer wichtiger wird ein Dialog mit dem (potentiellen) Kunden. „Früher trat man einfach mit viel Budget an viele Leute heran, heute kann man sich Werbung eher wie ein Flipper-Spiel vorstellen, der Ball wird angestoßen und möglichst lange im Spiel gehalten“, meint Tobias Bartenbach.
Ebenso innovativ geht Carsten Hülsenbusch (Daten_Partner) vor, wenn er für seine Kunden das komplette Direktmarketing übernimmt und mit Multichannel-Konzepten und crossmedialer Vernetzung mehr Erfolg am POS erreicht. Zugrunde liegt eine innovative Software-Architektur, die Jacob Aizikowitz, President der Xerox-Tochter XMPie, New York, im Detail und in ihrer crossmedialen Wirkungsweise vorstellte. Dadurch werden nicht nur crossmediale Kampagnen möglich, sondern der Kundendialog wird interaktiv und ist automatisch auswertbar. Das Zie lautet: Durch relevante Dialoge Verkaufsabschlüsse beschleunigen und sofort messen können. Die Wirkung steigt, die Kosten pro "Take" sinken dramatisch bei einem schnelleren Time-to-market.
Michael Kater (Schneidersöhne Deutschland GmbH) setzt eher auf eine innovative Weiterverarbeitung für Mailings: „Beim Drucken On-demand sollte auch die Weiterverarbeitung On-demand erfolgen.“ Michael Fischer, Canon Deutschland, zeigte im Team mit Wolfgang Ritz, KDD Kompetenzzentrum Digitaldruck in Nürnberg, welche Chancen der Digitaldruck für kleinere Dienstleistungsunternehmen bietet und wie man Krisen erfolgreich meistert.
Konzepte und Ideen
An guten und innovativen Konzepten und Ideen fehlt es nicht, wie die Projekte der Referenten zeigten. Wie wäre es beispielsweise mit einer High-Speed Inkjet-Buchdruckmaschine – vorgestellt von Arne Ditscher (E.C.H. Will), die in einem Durchgang druckt und schneidet – am Ende kommen fertige „Bücherstapel“ heraus, die nur noch klebegebunden werden müssen. Ein Prototyp, der auf bis zu 14 Millionen Bücher pro Jahr (mit durchschnittlich 300 Seiten pro Buch) ausgelegt ist, wurde bereits entwickelt und ist seit zwei Jahren in Betrieb. Neben Kostvorteilen wird zeit gespart: Buchproduktionen können von 10 Tagen auf 2 Tage verkürzt werden.
Ein interessantes Projekt ist auch „News2paper“, vorgestellt von René Keller (medieninnovation.com GmbH). Hierbei werden von einer Software vollautomatisch beliebige Inhalte individualisiert in ein ästhetisches Zeitungslayout gebracht – egal, ob als Printausgabe oder ebook. Natürlich kann dabei das Corporate Design berücksichtigt werden. Das Konzept lässt sich auch als Blog2paper oder als Filter für News, die der User dann nach eigenen Wünschen gefiltert bekommt, einsetzen.
Studenten der FH Wiesbaden, Fachbereich Kommunikationsdesign, stellen ihr Projekt vor
Ein ähnliches Projekt zeigt, dass auch der Nachwuchs nicht schläft. Design-Studenten wollen den Digitaldruck effektiv nutzen und ein individualisiertes Magazin herausgeben. Dieses soll „mit dem Kunden mitwachsen“, ein Fragebogen (der freiwillig ausgefüllt werden kann) sorgt für eine perfekt angepasste Ausgabe des Magazins für jeden einzelnen Kunden.
Digital vs. Offset
Natürlich durfte auch der Konkurrenzkampf zwischen Digital- und Offsetdruck nicht fehlen. Ein gegenseitiges „schlecht machen“ wurde grundsätzlich abgelehnt, denn beide Verfahren haben ihre Kernkompetenzen. Digitaldruck ist im Kommen, jedoch noch lange nicht als alleiniges Mittel anzusehen. Was die Qualität betrifft, bleibt festzuhalten, dass Digitaldruck nicht schlecht(er) ist. „Digitaldruck kann das. Digitaldruck kann sogar noch besser sein, man muss sich nur drum kümmern“, so Jutta Bock in ihrem Vortrag zur Qualitätssicherung im Digitaldruck.
Fazit:Insgesamt ein gelungener und durchweg interessanter Kongress. Wenn Sie beim nächsten Mal live dabei sein möchte, merken Sie sich am besten schon mal den 24. November 2009 im Kalender vor.
Die Präsentationen zum Download
Auf der Digitaldruck-Forum.org Website finden Sie die Präsentationen unter:
www.digitaldruck-forum.org/know-how-box/ddf-mai/
Die hier publizierten News beruhen auf Firmenangaben.
Die genannten Firmen sind für die Richtigkeit verantwortlich.
« Zurück
top

