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31. Juli 2006
Digitaldruck-Produkte weltweit auf dem Vormarsch

Die neue PIRA International-Studie “The Future of Global Markets for Digital Printing to 2015”, verfasst von R.I.T.-Professor Frank Romano, belegt: Das starke Wachstum des Digitaldrucks findet in der nächsten Dekade vor allem in Asien und Nordamerika statt. In Asien verfünffachen sich nahezu die Umsätze von rund 6,8 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf rund 32 Milliarden Euro im Jahr 2015. In USA steht sogar eine Versechsfachung bevor: von knapp 12 Milliarden Euro springt der Umsatz auf über 72 Milliarden.
Europa wächst dagegen langsamer: Zwar lag das Umsatzvolumen in der „alten Welt“ mit digital gedruckten Printprodukten im Jahr 2005 mit fast 11,6 Milliarden Euro noch fast gleichauf mit den USA – und rund doppelt so hoch wie in Asien. Mit deutlich unter 20 Milliarden Euro wird sich aber im Vergleichszeitraum bis 2015 das Wachstum in Europa nicht einmal verdoppeln.
Die Studie geht weiterhin davon aus, dass mit rund 125 Milliarden Umsatz im Jahr 2015 rund 30% der weltweit hergestellten Printprodukte digital gedruckt werden. Das bedeutet eine Verdreifachung des Volumenanteils von derzeit rund 10%. Die höchsten Zuwächse werden im Dialogmarketing erzielt. Gleichzeitig werden sich hohe Steigerungsraten im Verpackungs- und Etikettenmarkt zeigen.
Wesentliches Ergebnis der Studie ist auch ein dramatischer Rückgang der Zahl installierter klassischer Druckmaschinen (Offset, Flexo, Tiefdruck) von 1.153.966 Maschinen im Jahr 2005 auf geschätzte 674.064. Diese Halbierung wird vor allem auch dadurch wahrscheinlich, dass ab der Drupa 2008 von einigen Herstellern Digitaldrucksysteme vorgestellt werden, die in Laufleistung, Preis und Qualität die klassischen Druckmaschinen scharf attackieren, wenn nicht gar überrunden werden, so die Studienergebnisse.
Unsere Sicht:
Diese Entwicklungen kommen nicht von ungefähr. Zwar hat sich der Digitaldruck in den letzten 10 Jahren langsamer als erwartet entwickelt. Dies liegt aber nicht am Prinzip des Digitaldrucks, sondern an Faktoren wie digitales Produktions- und Workflow-Management im Kontext mit Prozessoptimierung, Verfügbarkeit von Kundenprofilen für den variablen Datendruck, Beherrschen von Web-to-Print-Applikationen etc.
Hinzu kommt: die Anforderungen an Dienstleister verändern sich, da nicht mehr nur Produktionsleistungen gekauft werden, sondern völlig neue Produkte und Produktionsabläufe entwickelt werden müssen. Neben fundiertem Kommunikationsknowhow werden vor allem auch Flexibilität und Ideenreichtum benötigt, die sich an Markt- und Kundenbedürfnissen orientieren. Denn: Je besser Digitaldruck als Dienstleistungsgeschäft (jenseits von Clickrates/Produktionskosten) verstanden wird, umso schneller entwickeln sich die Märkte.
Auffällig ist zudem, dass in Nordamerika und Asien der Digitaldruck breit gefächerter eingesetzt wird als hierzulande, nämlich sowohl in der Business- als auch in der Markenkommunikation. Fakt ist: In Europa und vor allem in Deutschland tut man sich gerade bei der Markenkommunikation noch sehr schwer mit Digitaldruck. Das liegt vor allem daran, dass das Geschäftsmodell vieler Agenturen den Einsatz von Digitaldruck und variablen Daten nicht berücksichtigt. Ebenso verweigern sich die meisten Verlage der Option, ihre Printprodukte zu individualisieren. Sie befürchten eine Kannibalisierung ihres klassischen, auf massenmediale Reichweite ausgelegten Geschäfts. In Märkten wie China oder USA tut man sich leichter, ist experimentierfreudiger und wächst entsprechend schneller.
Andreas Weber
– Sprecher DigitaldruckForum –
Weitere Infos unter: PIRA Studie (Abstract)
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Die genannten Firmen sind für die Richtigkeit verantwortlich.
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