Newsletterarchiv
Newsletter vom 18.06.2002, 19:35 UhrEILT! Printmedien-Krise/Offener Brief an Springer-Chef
Liebe Mitstreiter in Sachen DigitaldruckAnbei zur Kenntnis ein offeneer Brief an den Chef des groessten
Zeitungsahauses Europas, der so nebenbei die Krise der Printmedien
zelebriert.
An
Herr Dr. Mathias Doerpfner Vorstandsvorsitzender Axel Springer Verlag,
Hamburg – persoenlich –
Zukunft Printmedien/Ihr Statement zur Bilanzpressekonferenz – offener
Brief an Dr. Mathias Doepfner –
Sehr geehrter Herr Dr. Doepfner,
folgendes Szenario eroeffnet sich: Druckerei-Unternehmer H. aus
Sueddeutschland meldet Konkurs an. Die Hausbank hat ihm ueberraschend
einen dringend benoetigten Investitionskredit verweigert, so dass
Neuprojekte nicht angenommen werden koennen. – Marketing-Vorstand M.
feuert seine Media-Agentur und setzt die Werbekampagne aus, die
bundesweit in Magazinen und Zeitungen laufen sollte.
Dies leitet sich als Konsequenz ab aus Ihrem Statement anlaesslich der
Bilanzpressekonferenz am 28. Mai zur Zukunft der Printmedien und zum
Werbeverhalten der Anzeigenkundschaft. Ihre Kernaussage, wir erlebten
die Printmedien in der groessten Krise seit dem 2. Weltkrieg, hat in
Fachkreisen für Aufregung und Diskussionsstoff gesorgt. Zurecht?
Die Meinungen reichen von „Recht hat er“ (haemisch aus dem TV-Lager) bis
hin zu „Wieso wird unsere Branche so diskreditiert?“. Denn mit Erstaunen
wird gesehen, dass einerseits die Printmedien-Technologie – und damit
die Printprodukte – so gut sind wie niemals zuvor. Zum anderen zeigt
eine vom DigitaldruckForum vorgenommene weltweite Trendanalyse, dass
Medienhäuser gerade durch die Fokussierung auf den Printbereich ihre
Marktposition festigen und ausbauen. Der Erfolgsschluessel: Modernste
Technologie nutzen, um den Lesern das bestmoegliche Produkt zu bieten.
Denn nur wer die Leserbeduerfnisse ernst nimmt, kann Vertriebs- und
Werbeerloese halten oder steigern.
Da es sicher nicht im Interesse Ihres renommierten Verlagshauses stehen
kann, sich selbst und der Branche einen schweren Imageschaden zuzufügen,
schlagen wir Ihnen ein persoenliches Gespraech vor. Zum Beispiel unter
Einbezug von Experten, die sich aktiv mit der neuen Rolle der
Printmedien im Kommunikations- und Marketingmix auseinandersetzen.
Spannend ist doch die Frage: Sind die Printmedien per se in der Krise
oder nur die Geschaeftsmodelle der Print-Verlage? Wir werden diese Runde
publizistisch unterstuetzen, um einer breiten Oeffentlichkeit die
Ergebnisse zu kommunizieren.
Wir freuen uns ueber Ihre rasche Antwort und einen konstruktiven
Dialog.
Mit freundlichen Gruessen
Andreas Weber Sprecher DigitaldruckForum – Interaktives Marketing mit
Printmedien

