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Newsletter vom 29.09.2003, 18:30 UhrDigitaldruck erobert Marketing
Live-Impressionen aus USA
von Andreas Weber, Sprecher DigitaldruckForum, zur Zeit Chicago
1. Was passiert, wenn man eine Datamining-Firma mit einer Prepress und
Publishing-erfahrenen Agentur zusammenbringt? Sie fusionieren zum
Beispiel und machen sensationelles Neugeschaeft mit Digitaldruck. So
geschehen in USA. "Raster Digital Marketing stellt einen neuen
Unternehmenstyp dar, der sich bewusst und sehr erfolgreich von der
klassischen Agentur-und Druckbranche abhebt", sagt der Firmenchef Grant
Fletcher. Sein Unternehmen hat zum Beispiel Chrysler als Kunden. 1 bis
1,5 Millionen individualisierte Digitaldrucke pro Monat werden
erstellt, um mit Kunden eine wirkungsvolle Direktkommunikation
aufzubauen. Um so bemerkenswerter ist: Raster Digital Marketing sitzt
nicht in einer Metropole wie New York oder Los Angeles, sondern in Salt
Lake in Utah.
2. Das Geschaeft mit Digitaldruck-Technologie zieht kraeftig an.
Sowohl auf der Druckfachmesse IGAS in Tokio als auch in Chicago auf der
Graph Expo schreiben die Hersteller reichlich Auftraege. Heidelberger
Druck hat mit Nexpress in Japan Fuss gefasst: Fuenf Systeme sind
installiert, 10 Nexpress-Maschinen sollen frisch geordert sein. In
Chicago ist der Digitaldruck neben dem sog. CIM (Computer Integrated
Manusfactoring) fuer die gesamte Druckproduktion bis zur Verarbeitung
das Top-Thema. Interessanterweise gibt es momentan keine Neuheiten bei
der Digitaldruck-Drucktechnologie, sondern "nur" bei einzelnen
Produkten. Xerox stellte z.B. neue Farbdrucksysteme im Midrangebereich
vor. Dynamik entsteht dagegen im Workflow und Vernetzungsbereich.
FreeFlow heisst eine Initiative von Xerox zusammen mit Creo und
Efi/Print Café.
3. Das Internet rueckt immer mehr ins Zentrum, um als Auftragsplattform
fuer den Digitaldruck zu dienen. Digitaldrucker waehlen dabei zwei
Wege: Sie bieten entweder Template-gestuetzes Publizieren direkt an (im
B-to-B und B-to-C), wobei der Kunde sein Printprodukt online selbst
zusammenstellt und den Druckauftrag via Internet abwickelt. Oder aber
man erstellt solche Loesungen fuer Firmenkunden und bietet ein
Fullfilment an. In jedem Fall ist das Internet zentraler Bestandteil
fuer das Marketing mit Digitaldruck und die Printproduktion an sich!
4. Konfrontation statt Kooperation: Hewlett/Packard aendert wiederum
seine Strategie und attackiert massiv den Offsetdruck. Der Grund: Das
Wachstum ist schwaecher als erwartet. Wobei die Erwartungen mit einer
Verdopplung des Geschaefstvolumens pro Jahr sehr hoch angesetzt war.
HP-Manager Bill McGlynn geht jetzt von einer "Verdopplung alle zwei
Jahre" aus.
Im Detail sieht das so aus: Um die mit bislang weltweit rund 20
Installationen schwachen Verkaufszahlen der HP Indigo 3200 zu pushen,
spricht HP gezielt traditionelle Druckereien an, die ihr
Offset-Equipment rauswerfen, um nur noch variable Daten zu drucken. Auf
der Graph Expo praesentierte man mit Fenske einen zuversichtlichen
Kunden aus South Dakota (Infos unter
hpgraphexpo.directmessage.net/index.htm ), der sich nach ueber 40
Jahren vom klassischen Druck verabschiedet. Fenske ist ein typischer
Mittelstaendler und beschaeftigt rund 30 Mitarbeiter. Sicher spielt das
Preisangebot dabei eine entscheidende Rolle. Unter der Hand wurde auf
der Graph Expo verlautet, dass HP bei einer Doppelinstallation seines
Flaggschiffs 3200 nur eine Maschine berechne - und das auch noch zu
"grosszuegigen Konditionen".
Mehr Infos ueber wichtige Trends im Digitaldruck und viele
Praxisbeispiele gibt es auf dem DigitaldruckForum Congress am 23.
Oktober in Heidelberg.
Infos und Anmeldung unter: digitaldruck-forum.org/congress2003/

