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Drucken ohne Limits– wähle richtig!

Digitaldrucksysteme unterscheiden sich in der Einsatzmöglichkeit von Farbe und Bedruckstoff. Um Qualität im Druck gewährleisten zu können, spielt neben Technik und Know-how deshalb auch die Materialwahl eine entscheidende Rolle. Der direkte Vergleich beweist, dass dieselbe Abbildung je nach Papierqualität eine völlig andere Wiedergabe und Wahrnehmung erfahren kann.

Thilo Reichert, 12. September 2008

Die vergangene und zukünftige Ausrichtung im Bereich Digitaldruck zeigt deutlich, dass
hier nicht nur ein Trend vorliegt. Der Markt und die Gesellschaft werden dieser Entwicklung
auch weiterhin folgen. Mit einem jährlichen Wachstum von ungefähr 14 % in Printon-
Demand-Produkten, mit Druckaufträgen, die hoch individualisiert sind und zumeist in
einem knappen Zeitfenster von 24 Stunden umgesetzt werden müssen, sind die Zukunftsaussichten rosig.
Daraus ergeben sich aber auch klare Anforderungen – an Druckdienstleister und
Technologie ebenso wie an die Hersteller von Bedruckstoffen. Gefordert sind hinsichtlich
des Digitalsdrucks vor allem Stabilität und die einfache Verarbeitung des Materials.

Wo stehen wir heute?
Leider werden technologiebedingte Einschränkungen in der Materialwahl bis dato
kaum in der Projektplanung berücksichtigt. Lassen Sie uns doch beispielhaft den normalen Ablauf eines Digitaldruckprojektes betrachten:
Ein Markenkunde möchte schnell noch flankierend zu einer Kampagne eine Maßnahme
– zum Beispiel eine auf seine Zielgruppe selektierte Event-Einladung –umsetzen.
Deshalb informiert er seine Agentur, die nach dem Briefing mit der Ideenfindung und
Realisation beginnt. Der konzeptionelle Rahmen ist das Event, die Premiumkundschaft,
eine individuelle Ansprache, Wegweiser etc.

Das setzt One-to-One-Kommunikation voraus und ist ein klarer Fall für den Digitaldruck
und seine Möglichkeiten. Die Kreation setzt Sonderfarben ein, wählt Papiere aus und der
Kundenberater stellt dieses Gesamtkonzept schließlich dem Auftraggeber vor. Nach der
Freigabe schreibt der Printeinkäufer dieses Projekt bei diversen Anbietern aus und erteilt
letztendlich den Auftrag. So weit so gut! Hatten wir erwähnt, dass das Projekt
nach Auftragsvergabe innerhalb von 24 Stunden bei der Post sein sollte? Nein! Doch das
sollte kein Problem darstellen, denn Digitaldruck ist schnell. Der Druckdienstleister hat
auch bereits alle notwendigen Vorbereitungen getroffen und somit steht der Umsetzung nichts im Wege.

Drucken ohne Limits?

Zurzeit gibt es auf dem Markt einige große Hersteller bzw. Anbieter von Digitaldrucksystemen.
Diese unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Technik und–damit verbunden–
in den Einsatzmöglichkeiten von Farben und Bedruckstoffen. Flüssigtoner oder Pulver
sind hierbei nur einige wenige der entscheidenden Kriterien.
Nehmen wir einmal an, dass bei der Vergabe des Auftrages in unserem Beispiel der
Dienstleister mit seiner Technologie die angedachte kreative Umsetzung auf dem ausgewählten Papier nicht optimal umsetzen kann.
Der Dienstleister benötigt einen Bedruckstoff, welcher in der Oberfläche glatt ist, also
keine offenen Strukturen aufweist. Das Papier müsste plan liegen, die Grammatur nicht zu gering sein, das Format müsste großzügig gewählt sein für den Tonerabbaustreifen und und und. Die Agentur hat jedoch das Druckformat ausgereizt und ein strukturiertes Papier gewählt. Jeder kann sich nun vorstellen, wie das Ergebnis aussehen wird. Dieser Auftrag kann nicht zur Zufriedenheit aller Beteiligten umgesetzt werden.

Was ist die Lösung?

Drucken ohne Limits? Das wäre schön, doch Sie sehen, es gibt einige Dinge zu beachten
und zu berücksichtigen, die auf den ersten Blick schnell vergessen werden. Der Lösungsansatz für unser Beispielprojekt lautet Kommunikation „One-to-One“. Alle Beteiligten sollten frühzeitig in das Entstehen eines Printproduktes
mit einbezogen werden. Wenn Sie einen Dienstleister im Digitaldruckbereich
für ein bestimmtes Projekt in Betracht ziehen, fragen Sie ihn zuerst nach seiner Maschinenausstattung und den darauf einwandfrei funktionierenden
Papierqualitäten. Jeder Maschinenhersteller hat hierfür auch eine Auswahl
an zertifizierten Digitaldruckpapieren. Doch Vorsicht, diese sind in der Regel lediglich auf
die eigene Maschine zertifiziert!
Natürlich arbeiten alle Papierhersteller und Maschinenhersteller kontinuierlich daran,
die Palette an Papieren weiterzuentwickeln, so dass es immer weniger Restriktionen sowohl in kreativer, als auch in technischer Hinsicht gibt. Doch zurzeit gilt, dass es der richtigen Bedruckstoff für die richtige kreative Umsetzungsidee sein muss, um die „Power of Color“ ideal entfalten zu können.

Wie sieht das aus?

Sie sind vom Value Magazin gewohnt, dass wichtige Themen nicht nur theoretisch beleuchtet werden, sondern Ihnen hierzu sozusagen „live und in Farbe“ wichtige Zusammenhänge und Erkenntnisse demonstriert werden. In dieser Ausgabe haben wir zwei Druckbogen im Digitaldruck umgesetzt. Ein Bogen davon wurde auf einem typischen Digitaldruckpapier gedruckt, während der andere, dagegen gestellte auf dem veredelten Nano- Hybrid-Papier neox der Firma Mondi Business
Paper realisiert wurde. Der Vergleich beweist höchst anschaulich, wie ein und dieselbe
Abbildung durch die unterschiedliche gezielte Auswahl des Bedruckstoffes eine völlig
andere Wiedergabe und Wahrnehmung erfährt. In diesem Fall haben wir richtig
gewählt!
Hier zeigt sich, dass der Digitaldruck endgültig den Kinderschuhen entwachsen ist und
Veredelung–neben den Techniken, welche die Druckmaschinen an sich eröffnen–genau wie beim Offsetdruck auch über die Wahl des Bedruckstoffes realisiert werden kann. Eine
kompetente Beratung in dieser Frage zeichnet den fähigen Druckdienstleister aus.

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