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DigitaldruckForum Congress 2008 - Eventbericht
Rund 130 hochkarätige Fachteilnehmer der Kommunikationsbranche erlebten wie nie zuvor die Vielfalt, Bandbreite und Innovationskraft von „Print 2.0“ und profitierten von über 100 „Ideas for Profit“ – Nächster DigitaldruckForum Congress findet am 5. Mai 2009 wiederum in der Gutenberg-Stadt Mainz statt.
Andreas Weber, Mainz, 20. November 2008
„Durchbruch geschafft!“

DDF Congress 2008: Eröffnung von Andreas Weber
Der DigitaldruckForum Congress 2008 mit seinem Leitthema "Ideas for Profit" bewies eindrucksvoll: Die Digitaldruckbranche hat sich neu formiert und ihre Branchenplattform gefunden. Rund 130 hochkarätige Fachleute aus Unternehmen, Agenturen, Verlagen, Dienstleistung, Produktion, Beratung und Technologie folgten der Einladung der Brancheninitiative DigitaldruckForum (DDF) und hatten sich zum Ideenaustausch getroffen. 17 Referenten präsentierten weit über 100 Innovationen und Anwendungsmöglichkeiten, die auf Basis von Digitaldruck in Kombination mit digitalen Tools realisierbar sind. Voraussetzung ist, dass die digitalen Prozesse stimmen und von den Mitarbeitern verstanden und beherrscht werden. Den Ansporn formulierte DDF-Sprecher Andreas Weber in seiner Begrüßung: „Es müssen schneller und vermehrt geeignete Konzepte und crossmediale Szenarien entstehen, die Print 2.0 auch in der Werbung und Markenkommunikation Wirklichkeit werden lassen.“
„Für uns als Premium-Agentur steht die Wertigkeit von Print im Fokus“, erläuterte Frank Beinhold, Geschäftsführer Serviceplan Realisation und GWA-Sprecher Printproduktion. Beinhold räumte ein, dass für GWA-Agenturen Digitaldruckproduktionen noch eine Nischenanwendung seien. In seinem engagierten Vortrag (der von den Teilnehmern als Favorit des Vormittags gewertet wurde) verwies Beinhold weiterhin auf die Wichtigkeit zuverlässiger Technologien und Standards. Noch entscheidender seien aber der Faktor Mensch und eine optimale persönliche Kommunikation mit allen Partnern des Kreations- und Produktionsprozesses bei der Printmedienherstellung. "Mehr Herzblut und Engagement schaffen auch mehr Erfolg und Profit", stellte Beinhold fest. Die maximale Professionalität und Souveränität bei der digitalen Markenführung nannte er als wichtigste Aufgabe in der Zukunft. Auch im Digitalzeitalter stünden zeitgemäße Printmedien als Garanten für Wertigkeit und Kommunikationserfolg.
Fachverleger und Marktkenner Klaus-Peter Nicolay zeigte zuvor auf, auf welch breitem Fundament die Branche steht. „Digitaldruck-Technologien sind der Schrittmacher der Kommunikations- und Marketinginnovation mit Drucksachen“, stellte Nicolay fest. Die Umwälzungen seien fulminant. Er skizzierte wie sich Grenzen verwischen, beispielsweise zwischen Büro- und Marketingkommunikation – und neue Entwicklungen vor allem im Inkjetdruck die Medienwelt radikal verändern. Selbst wenn der Marktanteil von Digitaldruckprodukten derzeit mit rund 6 Prozent volumenmäßig noch recht gering sei, so sei das Wachstum dynamisch und der Anteil an der Gesamtzahl der Aufträge enorm hoch.
Dies untermauerte auch Michael Fischer von Canon Deutschland. Er stellt die Zielsetzungen und Maßnahmen des Imaging-Konzerns vor, wie man die Transformation der Druckbranche erleichtern kann. Dazu sind die Ergebnisse einer Studie von Frank Romano wichtig, die Canon in Auftrag gab. „Gerade Kleinbetreibe – und damit 80% des Marktes – können vom Digitaldruck profitieren und ihre Existenz absichern“, lautete eine der wichtigen Erkenntnisse. Die Studie steht kostenfrei zum Download bereit unter www.digitaldruck-forum.org/downloads/insight-report/
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Qualität muss sein
Trotz zweistelliger Milliardeninvestitionen in Technologieentwicklung und hervorragender Produktionslösungen gibt es noch Defizite bei der optimalen Nutzung der installierten Systeme, wie Farbexpertin Jutta Bock auf Basis einer Testreihe darlegte, die im Vorfeld des DDF Congresses durchgeführt wurde. Insbesondere müssen die Drucksysteme optimal eingestellt sein und die Produktionsergebnisse mit fundiertem Farbmanagementverständnis abgesichert werden. „Im klassischen Druckbereich, vor allem im Offset, ist man da weiter“, resümierte Jutta Bock. DDF-Sprecher Andreas Weber empfahl jedem Druckdienstleister, einen Qualitätsmanager zu benennen und mit Kompetenzen auszustatten.
Bernd Rückert von CGS Publishing Technologies zeigte auf, wie man mithilfe neuer Tools der Oris-Produktreihe die Qualität bei unterschiedlichen Drucksystemen durchgängig halten kann. Zur optimalen Wissensvermittlung wird das DigitaldruckForum gemeinsam mit CGS Workshops für Digitaldruck-Farbmanagement durchführen. Ab Januar 2009 wird zudem das DDF Quality-Experteam, dem neben Jutta Bock auch Thilo Reichert, Rheinmail, Klaus-Peter Nicolay, Druckmarkt und DDF-Sprecher Andreas Weber angehören, eine Initiative vorstellen, die eine Durchgängigkeit bei der Produktionsqualität realisierbar machen soll.
Eine wachsende Herausforderung stellt die Globalisierung dar, die auch bei der Medienproduktion Auswirkungen hat. Albrecht Heidinger, Pressmanager bei Star Publishing, zeigte auf, welche Hürden es zu nehmen gilt. Deutschland als Exportweltmeister verfügt über ein hohes Potenzial. „Großfirmen wie auch Mittelständler setzen mehr und mehr auf vernetzte Produktionen, um national und international ihr Aktivitäten mit Printprodukten zu stärken.“ Fremdsprachenmanagement und das sog. „Distribute and Print“ profitieren von den digitalen Werkzeugen und neu aufzusetzenden Produktionsmanagementprozessen. Heidinger ist auch Verfasser der Studie „Was kann Web-to-Print wirklich?“
Wissen ist Macht – Wissen macht’s!
Johannes Ferger, Spezialist für variablen Datendruck und Workflow-Management beim Technologiekonzern Xerox, präsentierte, welche Unterstützung bei Kunden- und Geschäftsentwicklung das umfassende Programm „Profit Accelerator“ bietet. Dazu gehören sowohl Softwaretools als auch fundierte Fachbroschüren, die Xerox seinen Kunden anbietet.

Rolf Blind
Print 2.0-Anwendungen auf allerhöchstem Niveau- zeigte im Bereich der B-to-C-Markenkommunikation auch Dr. Rüdiger Schmidt, Geschäftsführer Bosch-Druck. Für eine Premiummarke im Automobilsektor hat er mit seinem Team eine voll automatisierte Lösung geschaffen, um aus einem Internet-Car-Konfigurator heraus eine individualisierte, hochwertige Kundenbroschüre zu generieren. „Die Inhalte – Texte wie Bilder – geben exakt wieder, was der Kunde im Web selektierte, inklusive Sonderausstattungsdetails und z.B. einem ersten Vorschlag zur Finanzierung des Neuwagens“, führte Schmidt aus. Die neue Anwendung kann als Weltpremiere verstanden werden und folgt dem Paradigmenwechsel, dass sich Kaufinteressenten hauptsächlich im Web informierten, bevor sie zum Händler gehen. Der besondere Clou: Der Web-User erhält die Broschüre innerhalb von 48 Stunden, nachdem er sein Wunschfahrzeug online zusammengestellt hat – ohne dass er sie extra anfordern oder zusammenstellen muss. Die Resonanz sei exzellent, so Schmidt, sowohl bei den ersten Interessenten als auch beim Automobil-Anbieter, der von Kundengewinnungs- und Kundenbindungseffekte gleichermaßen profitieren könne.
Im Fokus: Digitale Markenführung und „Radical Advertising“
Welch hohes Niveau die digitale Markenführung haben kann und wie alle wichtigen Felder der Markenkommunikation mit Print abdeckt, machte Joachim Weissenberger am Beispiel von iBrams deutlich. Diese auf Adobe-Indesign aufsetzende Lösung zeigt, wie CI-konform Drucksachen aller Art über das Web aufbereitet und kinderleicht produziert werden können. Über 60 Kunden aus dem Industrie- und Agentursektor nutzen national wie international iBrams. Die hohe Effizienz der iBrams-Prozesse bringt enorme Zeit- und Kostenvorteile, stellte Weissenberger heraus. Sowohl im Corporate Publishing als auch bei der Erstellung von Werbemitteln und Anzeigen werde iBrams erfolgreich eingesetzt.
Wie man Publikumsmedien in neue Dimensionen überführt, zeigte der spannend aufgebaute Vortrag von Klaus Lammersiek, HP. Der Market Development Spezialist präsentierte die Dokumentation einer bislang einmaligen Fallstudie, die nicht im Labor, sondern in der Praxis der hektischen Vorweihnachtszeit und einem exakt einzuhaltenden Kiosktermin entstand. Ringier Publishing hatte für seine Dezemberausgabe des Politmagazins Cicero im Team mit BMW eine Sonderwerbeaktion zur Einführung des neuen 1er BMW konzipiert. 160.000 Magazine bekamen einen Unikat-Umschlag, über 10.000 Magazinempfänger bekamen ein individuelles Cover mit ihrem Bild und Namen. 9 Terrabyte Daten fielen an, 50 Millionen Bilder kamen zum Einsatz. HP stellte die Server zur Verfügung, gedruckt wurde gleichzeitig auf acht HP Indigo-Drucksystemen bei CeWe-Color. „Der Erfolg war sensationell: plus 40% verkaufte Auflage, steigende Abozahlen, spannende Folgeaufträge und eine enorme PR-Wirkung in Tages- und Fachmedien. Und das neben einer Reihe von Top-Prämierungen, u.a. beim GWA Production Award 2008 oder beim OMG-Award 2008“, berichtete Lammersiek stolz. Das Cicero-Projekt hat sogar auf Anhieb den Sprung ins Museum geschafft und wurde bei „Radical Advertising“ im NRW-Forum Düsseldorf gezeigt.
Kosten und Umwelt
Veränderungsmöglichkeiten in einem Wachstumsmarkt stellte Stefan Slembrouck, Sun Chemical, vor. Der als Business Manager Verantwortliche baut ein neues Geschäftsfeld auf für Digital Print Solutions auf Basis von High-Speed-Inkjettechnologien. Er zeigte am Beispiel des Verpackungsmarktes auf, welche Rolle Digitaldruck spielen kann und welche Hürden zu nehmen sind. „Digitaldruck macht ein Dilemma deutlich: Durch Wegfall der Druckform und die effizienten Prozesse spart das Marketing Kosten ein. Der Stückkostenpreis bezogen auf den Druck wirkt sich beim Einkäufer aber nicht unbedingt kostensenkend aus“, legte Slembrouck dar. Aus dieser eindimensionalen Sichtweise heraus werden Innovationen oft blockiert. Wahrscheinlich müssen die CFO’s und das Controlling als übergeordnete Instanzen auf diese Effekte deutlicher hingewiesen werden. Denn insgesamt spart Digitaldruck immer Kosten bei einer wesentlich gesteigerten Effektivität.
Sebastian Pfaff von Mondi Business Paper steuerte beim DigitaldruckForum Congress 2008 fundierte Ideen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei. Die Nachfrage bei Umweltpapieren steige, ebenso wie die Anstrengungen eines Papierherstellers wie Mondi bei der Herstellung des Papiers. Eine nachhaltige Forstwirtschaft auf Basis der PEFC und FSC-Zertifizierungen ist geeignet, CO2-Emmissonen zu verringern. Papier könne sogar der Kohlenstoffabsorption dienen – je nach Effizienz der Produktion und Art der Entsorgung. Die hohe Produktionseffizienz werde bei Mondi-Papieren durch „Paper Profils“ transparent. Per se, so Pfaff, sei Digitaldruck umweltgerecht, vor allem, weil nur das produziert werden kann, was auch maximale Relevanz bei Lesern/Empfängern von Drucksachen hat.
Zum erfolgreichen Abschluss:
Ein furioses Ideen- und Neuheiten-Feuerwerk!
Einen neuen Medienkanal präsentierte Martin van Waeyenberge, Punch Grafix/Xeikon, unter dem Titel „Transpromo“. Hinter diesem von Technikern geprägten Begriff verbirgt sich ein wirksames Prinzip: „Nimm Rechnungen oder Kontoauszüge, die ohnehin gedruckt und verschickt werden müssen – und reichere sie automatisiert mit Werbung und/oder Marketing-Informationen an.“ Rund 3 Milliarden Euro fließen zur Zeit schon in diesen neuen Medienkanal, der an Kosten-Leistungs-Verhältnis nicht zu übertreffen ist, wie van Waeyenberge ausführte. Das dynamische Wachstum werde das Volumen bei Transpromo in wenigen Jahren versiebenfachen. Er verwies gleichzeitig darauf, dass die Realisation solcher Projekte nicht trivial sei. IT- und Rechenzentrums-typische Datenformate und Datenströme müssen mit Publishingdaten gemischt werden. Zudem kommen nur qualitätvolle Hochleistungsdrucksysteme in Frage, die sich problemlos in IT-gesteuerte Prozesse integrieren lassen. Hier sieht er Xeikon-Rollendrucksysteme im Vorteil.
Völlig von der Rolle, sprich aus dem Häuschen, gerieten die begeisterten DDF Congress-Teilnehmer als ihnen Digitaldruck-Pionier Manfred Freidhof, MDD AG, mehr als 50 „großartige Anwendungsbeispiele im Mittelformat“ präsentierte – alle auf Xeikon-Rollensystemen produziert. Folien, Dünndruckpapier und ganz neue Materialien kamen zum Einsatz, z.B. um großformatige Lammellenvorhänge zu drucken oder auch meterlange Banner, die im Leuchtkasten präsentiert werden. Verpackungen, Spezialmailings in Form eines Skis, Plastikarten, Tapeten und Laminate sind möglich. Sogar Dias lassen sich herstellen, wenn man Folien beidseitig und passergenau bedruckt. „Der Kreativität sind kaum noch Grenzen gesetzt, wenn man im Xeikon-Rollendruck rauskitzeln möchte, was auf den ersten Blick unmöglich erscheint“, sagte Freidhof. Zum Finale gab es einen regelrechten Run auf den temporären „Print-2.0-Schauraum“, den er eigens für den DDF Congress 2008 auf der Bühne installierte.

DDF Congress als Top-Branchenplattform etabliert. Fotos: Daniel Ludes
Ausblick: Markttransformation beschleunigen
Das DigitaldruckForum (DDF) wird seine Aktivitäten mit Hilfe der Partner, Förderer und DigitaldruckForum-Mitglieder deutlich ausbauen. Hierzu zählen neben den beiden jährlichen DDF Congress-Veranstaltungen Workshops, Trainings und Maßnahmen der neuen DDF Expertteam-Gruppen.
Darüber hinaus werden neue Fachpublikationsformate entstehen – in Kooperation mit der Value Verlag AG und dem Druckmarkt. Die Dokumentation des DDF Congress 2008 wird Mitte Januar 2008 als Sonderpublikation erscheinen.
Folgende Expertteams wurden neu gegründet und werden ihre Arbeit in Kürze aufnehmen:
DDF Quality Expertteam
DDF Brand Communication Expertteam
DDF Digital Book Expertteam
DDF Packaging Expertteam
DDF Paper Expertteam
Für weitere Informationen steht zur Verfügung:
Felix Ludes
Telefon: +49 (0) 6131 2889817
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem DigitaldruckForum Congress 2008
• Die Digitaldruckbranche hat mit dem DigitaldruckForum Congress eine gemeinsame, wirksame Plattform formiert, um sich als Garant für effektive Printproduktionen auf Basis effizienter Prozesse darzustellen.
• DigitaldruckForum etabliert einen neuen (vorläufigen) Gattungsbegriff: „Print 2.0“
• Noch niemals zuvor konnten in der Geschäftskommunikation durch eine Innovationstechnologie wie dem Digitaldruck so vielfältige Anwendungsmöglichkeiten auf so breiten Front erschlossen werden.
• Vernetzte, crossmediale und individualisierte Kommunikationsszenarien erhalten durch Digitaldruck im Sinne von „Print 2.0“ fulminante Durchschlagskraft.
• Markenunternehmen aus allen Wirtschaftbereichen nutzen Digitaldruck bereits intensiv und bauen dynamisch ihre B-to-B- und B-to-C-Aktivitäten aus.
• Im Premiumagenturbereich stellt Digitaldruck noch eine Nische dar. Sprich: Die Agenturszene hat Nachholbedarf!
